Lieber Produktmanager: Namedroping

(Ursprünglich veröffentlicht im rezblog am 14.07.2007 |
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Neudeutsches "Namedropping" ist ein wichtiges Element der Werbung - glauben zumindest viele Marktingmanager. Oftmals funktioniert das sicherlich auch, wenn eine direkte persönliche Verbindung des Prominenten mit dem beworbenen Produkt herzustellen ist.
Das dachten sich sicherlich auch die Werber für "Die große Deutschland-Sammlung" aus dem Archiv Verlag/Stiftung Haus der Geschichte und entschieden sich für einen recht bekannten Namen - und griffen damit leidlich daneben.

Der allseits bekannte Berg an Werbung der sich immer in den Lieferungen des Verlags befindet ließ mich diesemal stutzen "Auf persönliche Empfehlung von Konrad Adenauer" prankte nicht zu übersehen auf dem Umschlag - ich muß gestehen, ich habe ihn anschließend geöffnet, weil ich unbedingt wissen wollte, wie ein leidlich toter Mann persönlich eine neue Sammlung empfehlen kann - und musste herzhaft lachen. Denn richtig hätte die Formulierung eigentlich lauten müssen "Auf persönliche Empfehlung irgendeines Konrad Adenauers" ... in diesem Fall eines K. Adenauers, dessen ganze fachliche Kompetenz für eine Empfehlung der Sammlung sich darauf beschränkt, daß er der Enkel des Adenauers ist, dessen Assoziation auf dem Umschlag sicherlich beabsichtigt ist.

Liebe Produktmanager, ob Ihr nun im Verlag oder im Haus der Geschichte sitzt - selbst bei interesse an dem beworbenen Produkt ... ich als Kunde lasse mich nur ungerne verscheissern, dabei hätte es an Namen nicht gemangelt, der gute Dr. Hüttner vom Haus der Geschichte z.B. steht Pate und hätte sich als Empfehler sicherlich besser gemacht. So aber frage ich mich unweigerlich ob der erwähnte Besitzer der Sammlung, Herr Genscher die Bücher für gar nicht so empfehlenswert hält oder der Herr Dr. Kohl, welcher das Grußwort für den zweiten Band geschrieben hat womöglich gar kein Besitzer ist und das auch nicht im geringsten bedauert.
So aber verzichte ich gerne auf das ausfüllen des "Persönlichen Anrechts-Zertifikats", das so persönlich ist, daß nichtmal mein Name drinsteht und das man sonstens auch gerne weniger euphemistisch "Antwortpostkarte" nennt.

© 2003-2007 Holger Rinke. Letzte Aktualisierung: 03.08.2009

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